Wie teuer ist Wertschätzung? Blogparade Jana Ludolf

Wertschätzung für Mitarbeiter

Das Thema „Wertschätzung“  taucht doch in allen Lebenslagen immer wieder auf. Ich beleuchte dieses Wording in meinem Artikel jedoch mit der  gefärbten Brille als KMU Personalerin, die durch 20 Jahren Erfahrung geprägt ist. Untermauert wird das ganze durch die die vielen Beispiele meiner Studentinnen (HRM) oder Coachees.

Beispiel 1: Ich war zehn Jahre als Laienrichterin beim Arbeitsgericht tätig. 8 von 10 Gerichtsfällen wären meiner Ansicht nach durch echte, warme Wertschätzung vermieden worden.

Um was ging es? Der sachliche Aspekt stand immer im Vordergrund. Ein Fall ist mir noch präsent. Die letzte Lohnzahlung vor der Pensionierung war falsch berechnet.  Keine grosse Sache – das kann mal der Personalabteilung passieren.

Diese Falschberechnung hätte man (man = hier ehemalige Mitarbeiterin)  doch mit einem Anruf klären können.

Oder? Nein – es wurde bis aufs Blut um Zahlen (es ging um 1025 CHF) gestritten.

Zwei Anwälte wurden betraut und eine Gerichtsverhandlung von 16.00 – 22.00 Uhr mit einem Richter, zwei Laienrichter und weiteren Gerichtspersonal wurden damit beschäftigt. Ausser dem „monetären Juristenfutter“ sah ich keine Gewinner in dem Ganzen.

 

Der vorgeschobene Grund: die unrichtige Zahlung verdeckte den tatsächlichen Grund: fehlende Wertschätzung im Austrittsprozess.

Nach 30 Jahren treue und gute Arbeit erhielt die Klägerin kein Abschiedsgeschenk, keine Verabschiedung, kein DANKESCHÖN etc.

Dies gestand die Klägerin zum Schluss unter Tränen dem Richter.

Wertschätzung kostet keinen Rappen (oder Euro).

 

 

Wertschätzumg

Beispiel2:

Die so geliebten Mitarbeiterumfragen. In der HR-Praxis ein standardisierter Prozess, der  gut durchgeführt, anonym ausgewertet, kommuniziert und umgesetzt, ein Unternehmen und deren wichtigstes Gut (sprich die Mitarbeitenden) weiter bringt.

Wie ist es in der Praxis? Mitarbeiter helfen bei den ersten zwei Umfragen noch fleissig mit. Die Teilnahme wird durch die Geschäftsleitung/HRM verdankt. Es wird informiert, welche Massnahmen ins Auge gefasst werden und dann? Dann versandet es öfters als man denkt….

Liebe Unternehmer, liebe Personaler: ist das Wertschätzung?

Mir hat mal eine erzürnte Mitarbeiterin gesagt: „dann lasst‘ es lieber, als diese Pseudoumfragen durchzuführen! Umfragen wecken Erwartungen!“ … Und Recht hatte sie.

Wertschätzung kostet keinen Rappen (Euro).

Mitarbeiterrumfrage

Beispiel3: Ein Coachee erzählt mir folgendes: letztes Jahr Weihnachten erhielt jeder Mitarbeiter  – neben dem vertraglich vereinbarten Weihnachtsgeld – der Firma X (eine Produktionswerkstätte) 100 CHF als Dankeschön. Dazu eine kleine gedruckte Weihnachtskarte.

Dies war ein Geschenk vom neuen Geschäftsleiter. Der Vorgänger hingegen hatte jahrelang um die Weihnachtszeit persönlich eine Tafel Schokolade mit einem beherzten, aufrichtigen – warmen Danke verteilt.

15 Mitarbeiter einer Abteilung sammelte das Geld ein, legte es in einen Briefumschlag und knallten es dem neuen Geschäftsleiter, der überwiegend durch Abwesenheit glänzte, auf den Bürotisch. Wir verzichten dankend! sagten sie stolz. Der Geschäftsleiter verstand die Welt nicht: sein Vorgänger hatte nur eine Tafel Schokolade verschenkt….

Wertschätzung kostet keinen Rappen (Euro).

Weihnachtsgeld

 

 

 

 

Ja – Gutes HRM ist mehr wie eine Dienstleistung. Gutes HRM ist Kunst, die immer wieder das Thema „Wertschätzung“  im Auge haben muss.

 

Vielen Dank für die Möglichkeit an dieser Blogparade teilzunehmen Jana und MERCI auch : http://blog.unkrig-personalcoaching.de.

 

Gute Grüsse, Diana

 

PS: Mein E-Book mit 26 HRM-Tipps für Interessierte ist auf  www.dianarothcoaching.com gratis zu beziehen.

Dieser Artikel erschien im Rahmen der Blogparaden

„Wertschätzung“ von Jana Ludolf auf https://janaludolf.com/2016/07/21/blogparde-wertschaetzung/

und auf http://gelassenheitsformel.com/2016/07/08/wandel-durch-wertchaetzung-aufruf-zur-blogparade von Alexandra Cordes

 

(siehe auch ihre Xing-Gruppe zu diesem Thema ), die mehr Bewusstsein für die Bedeutung von Wertschätzung im Arbeitsalltag thematisieren.

 

 

 

 

 

Jana Ludolf https://janaludolf.com/2016/07/21/blogparde-wertschaetzung/will mehr wissen. Sie schreibt auf ihrer Homepage:

Wertschätzung und Kommunikation in der heutigen Zeit

Sprechen wir von Kommunikation, dann meinen wir oft den Informationsfluss. Das reine Senden von Informationen. Dabei ist bekannt, dass die Beziehungsebene viel wichtiger ist als die reine Botschaft. Die Formel 80/20 trifft es genau. Nur 20% einer zu 100% gesendeten Nachricht beträgt die Information. Die Beziehungsebene macht dabei 80% aus. Im Vordergrund steht, wie die Botschaft gesendet wird. Freundlich, offen, neugierig, dankbar oder eher maulend, befehlend, aggressiv. Die Information kommt erst an zweiter Stelle. Würden sich einige Leute mehr Gedanken um die 80% machen, könnten einige Konflikte verkleinert werden. Einige Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Einige konstruktive Lösungen gefunden werden.

Wertschätzung ist bunt. Wertschätzung ist vielfältig. Wertschätzung tut gut.


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10 Kommentare, sei der nächste!

  1. Danke Urs für Dein schnelles SMS….Du bist der erste, der diesen Blog gelesen hast.
    Gerne werde ich Dein Beispiel zum Thema Worte und Thema Wertschätzung in einer der nächsten Blogs aufnehmen. Gruss nach Luzern!

  2. Gute Beispiele wie es um die Wertschätzung in manchen Unternehmen bestellt Ist bzw. zu sein scheint. Wertschätzung ist ein Teil von Führung. Wer dies nicht beherrscht, sollte keine Führungsfunktionen übernehmen.

    1. Eigentlich hat man ja – fast – immer die Wahl.
      Aber mit dem Führung wird oft erfolgreiches Leben – jemand sein – gleichgesetzt.
      Und wer lehnt das schon ab?

      Und: ich habe auch schon Führungsleute erlebt, die dies wieder abgegeben haben, weil sie deklarierten, dass dies nicht ihre Stärken seien.

      Danke für den Input!

  3. Ein wunderbarer, sehr praxisnaher Artikel, vielen Dank dafür.

    Ich vertrete die These eine Führungskraft muss nicht fachlich der Beste im Team sein, aber er sollte ein Menschenfreund sein. Dann funktioniert die Wertschätzung der Mitarbeiter von allein. Wenn es allerdings nur um die nackten Zahlen geht, dann geht der Mensch mit all seinen Bedürfnissen leider unter und ist damit nicht mehr vollständig motiviert.

    Liebe Grüße aus dem hohen Norden

    Melanie Bornschein

    1. Hallo Melanie Bornschein

      Ja…eine Führungskraft muss nicht fachlich der Best im Team sein. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wir (hier die Personaler) erhalten den klaren Auftrag insbesondere nach Fachkompetenz zu schauen. Hier kann man sich den Mund fusselig reden, die Linienvorgesetzten und oftmals Entscheider legen den Fokus darauf. Dabei Fachkompetenz ist wirklich gut nachzuschulen…aber Sozialkompetenz????

      Danke und Grüsse aus dem heissen Bern, Diana Roth

  4. Liebe Diana Roth,

    vielen Dank für ihren Beitrag zu meiner Blogparade. Solche Beispiele machen das Thema ja gleich viel anfassbarer und man muss automatisch an seine eigenen Geschichten denken. Da fällt mir gleich ganz viel dazu ein gerade auch aus meiner Zeit in Unternehmen als Projektleiterin von Reorganisationsprojekten, Da gibt es zahlreiche Fettnäpfchen, gerade wenn man unter Zeitdruck steht. Das idiotische daran ist, durch solche Unachtsamkeiten wird es dann noch langwieriger und zeitintensiver.

    Herzlichen Dank
    Martina Baehr

    1. Liebe Martina Baehr

      Eine Projektleiterin ist sicherlich auch oft in der Sandwichposition?!
      Wäre das nicht ein Blogartikel zum Thema „Fettnäpfchen“ wert?
      Ich freue mich immer, wenn auch andere in diese Dinger reinlatschen.
      Dachte eine Zeit lang, die stehen nur (sprich: exklusive) für mich herum.
      Wichtig ist doch, dass Frau daraus lernt und es besser macht.
      Humorvolle Grüsse aus Bern, Diana

  5. Noch ein verspätetes „Danke schön“ für deinen Besuch auf meinem Blog.

    Dein zweites Beispiel hat mich zum schmunzeln gebracht. Kleinigkeiten, wie die Schokolade, können sehr ausschlaggebend sein!

    Viele Grüße,
    Andrea

    1. Danke Andrea! Hast ja einen starker Blog (beautiful!) ..werde immer mal wieder reinlesen.
      Nun wegen der Schokolade…es hätten auch Gummibärchen sein können…Viele Chefs vergessen, dass der persönliche Kontakt, das persönliche Gespräch und der Händedruck so viel mehr wert haben wie GELD. Das finde ich schade.
      Ich beobachte das besonders bei der jüneren Chef-Generation….aber nicht nur. Führen ist halt ne läste Nebenaufgabe (0-Ton).
      Liebe Grüsse, Diana

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