Wir fordern...und zwar sofort

13. November 2019

Wir fordern…und zwar sofort..

Kennst Du die Mitarbeiter, die immer im WIR statt im ICH sprechen.

Eigentlich doch wirklich gut.

Das sind doch Teammenschen - denkst Du jetzt.

Grundsätzlich bist Du da richtig unterwegs.

Aber um ehrlich zu sein:

ich habe noch nie ein Team befördert gesehen, aber immer nur einzelne ausgesuchte Personen aus einem Team. Warum wohl?

WIR

Aber nun zum Beispiel.

Es kommt ein Mitarbeiter zu Dir sagt:“Wir meinen in unserer Cafeteria sollte es endlich mal vegane Sachen angeboten werden. Wir können diesen Fleischkram nicht mehr sehen.“

Wenn du diesen Satz jetzt mit Schulz-von-Thuns-Ohren hörst, heißt das:

Sachohr: Es hat in der Kantine kein Angebot für Veganer.

Appellohr: Vegane Gericht müssen angeboten werden.

Beziehungsohr: Wir, die Mitarbeiter bitten dich als unseren Arbeitgeber auch diese Aspekte jetzt zu berücksichtigen.

Selbstoffenbarungohr: Wir essen lieber vegan und fühlen uns nicht von Dir Unternehmer gesehen.

Hey…hier wird im WIR gesprochen und nicht im Ich.

Aber …

Moment mal…ich?

WIR? 

Wer will jetzt veganes Essen. 2 Personen? 10 Personen oder gar die ganze Firma?

Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Oftmals frage ich Bewerber:

„Wie haben Sie denn damals dieses Projekt gesteuert?“ und er antwortet:

“Wir haben damals….und wir haben schließlich…“

Und dann ist meine Anschlussfrage immer:

 „Sie sprechen von WIR.

Bei der Beantwortung der Frage hätte ich gerne nur den FOKUS auf Sie persönlich gerichtet. Also was haben SIE getan….“

Es ist einfach sehr gefährlich, die Aussage eines Mitarbeiters anzunehmen und zu glauben, nur weil er sagt WIR, dass es auch WIR ist. Es könnte durchaus ein ICH sein, der sich hinter den anderen versteckt.

WIR

Wie also damit umgehen?

Ich empfehle immer 3 Fragen:

  • Welche Personen sind WIR?
  • Frage: und wie denken SIE?
  • Ich nehme Ihre Aussage ernst. Aber folgende Frage ist für mich jetzt noch sehr wichtig: Kommen Sie jetzt als Sprecher vom WIR?

In der Mentaltrainerausbildung lernte ich intensiv die Auseinandersetzung mit Verallgemeinerungen:

Also mit so Sätzen wie:

Alle machen

Nie kann man hier

Immer ist es so

Wir alle wollen das so

Sie werden auch gerne bei Killerphrasen genommen.

Sie sind vernichtend.

Sie fördern keinen Dialog.

Schön ist es ja auch, wenn man so Sätze entgegengeschleudert bekommt:

“Sie sind der erste, der das reklamiert!“

Eine beliebte Killerphrasen in Hotels oder Gastronomie.

Bin ich den weniger Wert, wenn ich das nur so sehe?

Es wird also erst was geändert, wenn eine gewisse Masse dies so sieht?

Völlig legitim und nachvollziehbar.

Aber das will nicht hören. Ich will hören, dass man dem nachgeht.

Seriös. Das man mir zuhört. Das man mich versteht.

Das heisst nicht, dass es geändert werden muss. So ganz und gar nicht.

Aber ich will, dass ich gehört werde. Zumindest als Kunde.

Und ganz bestimmt: als Mitarbeiter.

Es ist eine Meinung und die ist genau so wertvoll, wie die Meinung von vielen. Vielleicht bin ich ja eine Person die sich traut, etwas zu sagen, wo viele einfach nur schweigen und lieber auf Kununu oder wie sie alle heissen, motzen.

 

WIR

Also zurück zu dem Mitarbeiter, der für alle spricht.

Was machst Du in der Praxis mit einer solchen Aussage?

Wichtig ist: nicht belächeln!

Ernst nehmen und dann fragen, wer WIR ist.

Und dann purzeln die Namen der WIR-Gruppe aus dem Mund des Sprechenden.

Sag, Du nimmst Dich diesem Thema an und wirst spätestens in 10 Tagen dies geklärt haben.

Meine das was Du sagst.

Und tue es.

Spreche mit jedem einzeln der WIR-Franktion im 4-Augen-Gespräch.

WIR als Gruppe

Als junge Personalerin habe ich sehr viele Fehler gemacht.

Ich erinnere mich an 4 Mitarbeiter eines Teams, die ihre Zwischenzeugnisse von einem Vorgesetzten, der in Pension ging, gemeinsam anzweifelten. Allerdings erst 2 Tage nach seinem Austritt.

Der Vorgesetzte war im Ausland und ich musst mit allen Vieren ein Klärungsgespräch führen.

Aus Fehlern lernt man, sagt man bekanntlich und ich sage Dir welche Fehler ich hier gemacht habe.

Fehler 1:

Ich habe die Sitzung mit 4 Mitarbeitenden alleine geführt. Sie wollten bei mir erwirken wollten, dass alle Zeugnisse ähnlich und viel, viel positiver geschrieben werden.

Die Beurteilungen sollten deutlich besser sein. Sie waren nicht einverstanden.

Kennst Du das Gefühl 4 gegen 1? So kam es mir vor.

Es war keine Diskussion auf Augenhöhe, sondern es war eine Art Gerichtssaal. Ich war Beklagter. Und die vier Kläger sassen mit verschränkten Armen und grimmiger Miene vor mir.

Die Mitarbeiter hatten eine Ausbildung im Bereich Kommunikation, Psychologie und zogen alle Register.

Und ich? Ich saß als junge naive Personalerin ihnen gegenüber und habe diskutiert.

Ich hatte das Gefühl, ich rede gegen eine Wand

Denn sie hörten mir nicht zu.

Sie waren gekränkt und wollten als Gruppe dringend eine Änderung bewirken.

Aus einem ICH wurde ein WIR und dabei stand jeder einzelne völlig anders da in seinen Beurteilungen dar.

Und da sagte einer zu mir:"Beim Arbeitgeber vor Ihnen, durfte ich mein Zeugnis selbst schreiben! Warum darf ich das hier nicht?"

Darauf ging nicht ein.

Denn was interessiet mich, wie andere Firmen es machen - auch wenn es eine grosse staatliche Organisation war.

Ich versuchte die Beurteilung des pensionierten Vorgesetzten zu verteidigen.

Fehler 2: ein Personaler verteidigt keine Vorgesetzten.

Ich strampelte und strampelte.

Es war ein schreckliches Gespräch, das ich nicht gut gemeistert habe.

Zum Schluss haben sie alle gemeinsam gefordert, dass eine Änderung passiert.

Heute würde ich es so agieren:

Ich würde nur Einzelgespräche führen.

Die einzelnen Bedürfnisse aufnehmen.

Dokumentieren, und dann den GL um Entscheid bitten, wie dies nun zu handhaben ist.

Du willst wissen, wie es ausgegangen ist? Ich spüre es durch www.?

Nun, der schlecht erreichbare Vorgesetzte tauchte plötzlich auf und versicherte jedem Mitarbeiter, dass er sein Wunschzeugnis bekäme. Er ließ diese von ihnen vorschreiben und reichte sie beim HR zur Fertigstellung ein. Der damalige GL nickte dieses Verfahren ab.

Denn dieser hatte schlichtweg kein Rückgrat.

Und ich? Ich führte dies zähneknirschend aus.

Aber:

ich unterschrieb diese Zeugnisse nicht.

Denn in dieser Firma wurde darauf Wert gelegt, dass eine Personalfachperson diese unterschreibt. Ich lehnte es kategorisch ab.

Aber das war auch kein Problem.

Sie wurden in diesen Fällen von der GL und dem damaligen Vorgesetzten unterschrieben.

Ich weiss, in Fachbüchern klingt immer alles so easy. Das sind die Prozesse und die laufen so und wenn Du das nicht durchsetzen kannst, dann bist Du falsch im HR.

Aber nein - so ist es ganz und gar nicht.

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