In meinen 30 Berufsjahren als Personalerin gab es mehr als 15 Fällen der sexuellen Belästigung, die ich in meiner Rolle als HR-Verantwortliche begleiten durfte.
14 Fälle sind davon informell „gelöst“ worden – 1 Fall ist extern sprich vor Gericht verhandelt worden.
Letzte Woche schulte ich eine Klasse von Personalern zusammen mit einer Juristin auf das Thema.
Für meine BlogleserInnen habe ich nun das wichtigste zusammengefasst.
Achtung: arbeitsrechtlich beleuchte ich hier nur am Rande das Thema.
Mir geht es um die Rolle als Personalerin.
Meine Aussagen beziehen sich stark auf die Handhabung in der Schweiz. In Deutschland und Österreich mag es hier weitere Handlungsaktionen geben.
me too - die Rolle als PersonalerIn
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist jedes Verhalten mit sexuellem Bezug – jedes.
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kann auch auf Grund der Geschlechtszugehörigkeit, welches von einer Seite unerwünscht ist und in der Würde verletzt, geschehen.
Schlüsselworte: von einer Seite unerwünscht.
Sexuelle Belästigung ist eine Form der Verletzung der persönlichen Integrität. Das Schweizer Arbeitsgesetz verpflichtet den Arbeitgeber die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der persönlichen Integrität der Arbeitnehmenden vorzusehen.
Jeder – wirklich jeder – kann unabhängig von Alter, Zivilstand, Aussehen, Geschlecht oder beruflicher Position Opfer werden.
Sexuelle Belästigung kann mit Worten erfolgen. Auch mit Gesten. Auch mit Taten.
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me too - die Rolle als PersonalerIn
Das wichtigste ich für mich die klare Position der Geschäftsleitung. Diese muss sich offen für einen respektvollen Umgang stark machen.
Die Arbeitsorganisation muss es ebenso möglich machen.
Auch die Führungskultur.
Sie muss für eine konstruktive Zusammenarbeit sorgen.
Jeder einzelne Mitarbeiter muss eine Wertschätzung erfahren.
Und jeder einzelne Mitarbeiter sollte wissen an wen er/sie sich wenden kann, wenn ein solcher Vorfall passiert.
Anemone123 / Pixabay
me too - die Rolle als Personalerin
Du als Personalverantwortliche musst im Sinne des Gesetzgebers, des Unternehmens und der Betroffen/Beteiligten handeln/begleiten.
Du solltest den Prozess ablehnen, wenn Du das Problem kennst, es selber aktuell hast oder gehabt hast und dies nicht gelöst wurde oder Du aktuell nicht lösen kannst.
Du solltest den Prozess ablehnen, wenn Du Dir dieses Problem ganz und gar nicht vorstellen kannst und es sogar als „Einbildung“ abtust. Dann bist Du hier lösungsabstinent.
Sorry – meine Meinung
Solltest Du das Problem kennen, es schon selbst gehabt haben und zufriedenstellend (für Dich) gelöst haben, kannst Du diesen heiklen Prozess begleiten.
Solltest Du das Problem nicht persönlich kennen, Dir aber vorstellen, dass dies ein Problem für eine Person ist, kannst Du diesen heiklen Prozess begleiten.
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me too - die Rolle als PersonalerIn
Im ganzen Begleitungs-/Klärungsprozess musst Du die ausgewogene Balance halten zwischen Nähe und Distanz. D.h. Du darfst Dein Mitgefühl zeigen, aber gleichzeitig immer neutral bleiben. Neutral auch gegenüber dem „Täter“ (bewusst in Anführungszeichen geschrieben, denn manchmal ist der Täter das eigentliche Opfer).
Vertrauenswürdige Neutralität zeigen
Überlegtes und gleichwohl zügiges Handeln
Ernst nehmen/wertschätzen
Mitarbeiter befragen: was willst Du: einen Ratschlag? Eine Einschätzung? Eine Handlung?
Sensibilisierungsarbeit
Aufklärungsarbeit
Präventionsmassnahmen (Reglement, Infos, Kurse etc.)
Alles immer schriftlich festzuhalten
Professionelles Vorgehen
Richter spielen
Polizist spielen
Petze spielen
Deinen Beschützerinstinkt über das angebliche „Opfer“ stülpen
Überstützt zu verurteilen
Überstürzt zu handeln
Infos weiter zu plaudern
Näheres habe ich in diese YouTube Film erklärt:
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Halt Dich senkrecht,
Diana
P.S.
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Als HRM-Mentorin, Fachhochschuldozentin, HR-Kolumnistin, HR-Prüfungsexpertin, Buchautorin, HR-Podcasterin, Leiterin der HRM-Online-Akademie switzerland und Vortragsrednerin, gebe ich Dir mein Wissen und Erfahrungen in knackigem Tempo ab.
Die Positionierung von Personalverantwortliche (HR-Personen) ist mein Spezialgebiet.
Sie sind es, die die Arbeitswelt mitbewegen.
Immer noch liegt zu wenig Glitzer auf dem Boden der Arbeitswelt.
Ausserhalb dieses Blogs schreibe ich regelmässig für diverse Management-/Karriere-Magazine/Fachbücher/HRM-Podcast und leiste damit (m)einen dominosteinartigen Beitrag für eine bessere Arbeitswelt.
Mein Herz gehört dem Mittelstand (KMU).
Denn sie sind das Rückgrat unserer Arbeitswelt.
Dieses zu stärken und damit zu zeigen:
es geht viel leichter, souveräner, fairer und gelassener, wenn Personalarbeit auf Augenhöhe möglich ist, ist mein Anspruch.
HR mit Herz&Hirn.
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Bleib' Dir immer treu und verändere Dich!
HeRzensgrüsse, Diana
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