Angepasste Personalerin mit kokettem Hofknicks

31. Oktober 2016

Nett, brav, angepasst und immer

 

an und auf

 

der Seite der Führungskräfte/der GL

                                                             = die Traum-Personalleiterin 2016?

 

 

 

 

 

Heute habe ich wieder ein spannendes Interview mit einer Trainerin, die ich zum Thema Körpersprache kennengelernt habe.Ihre

Videos kann ich bestens empfehlen  (www.youtube.com/lohreytraining).

Ich habe das Interview für Dich geführt.

Für Dich: die Frau, die im Personalmanagement arbeitet und so täglich den Spagat zwischen GL/Führungskräften und Mitarbeitenden hinlegt und dazu noch ihre Position stärkt.

Hier ist eine geballte Ladung Tipps dabei, die Du rasch im Arbeitsalltag umsetzen kannst.

Das Interview führte ich mit Susanne Lohrey, Gründerin von Lohreytraining . Sie ist seit über 20 Jahren als Coach und Trainerin in und um Schweinfurt bekannt.

Zu ihren Kunden gehören Führungskräfte aus Grossindustrie, Wirtschaft und Politik. Sie verhilft Menschen in kürzester Zeit zu einem authentisch-selbstbewusstem Auftritt. Sie hilft Führungsstärke zu entwickeln und öffentliche Reden zu trainieren.

Manchmal hilft sie auch zwischenmenschliche Konfliktsituationen in Unternehmen zu „entknoten“ - wenn so „gar nichts mehr geht“, wie sie sagt.

 

foto-susanne

 

Diana: Hallo Susanne - bitte stell' Dich kurz meinen Blog-Leserinnen vor.

Susanne: Nun, Diana normalerweise müsste ich ja jetzt aufzählen, dass ich seit über 20 Jahren Trainerin, Beraterin und Coach bin. Aber lass es mich so ausdrücken. Ich bin eher sowas wie eine „Feuerwehrfrau“.  Mich ruft man immer,  wenn es brenzlig wird und wenn es schnell gehen muss. Entweder muss ich irgendwelche Führungskräfte am besten in zweieinhalb Tagen „bühnenreif“ bekommen, Leuten aus der Politik das publikumswirksame Reden und Präsentieren beibringen oder Konfliktsituationen in Unternehmen diplomatisch und zügig „entknoten“, wenn sich die Dinge festgefahren haben.

 

 

skeeze / Pixabay

 

Diana: Das hört sich aber verdammt spannend an. Also eine Feuerwehrfrau, die Führungskräfte in kürzester Zeit bühnenreif macht.

Sei es beim Reden, Präsentieren oder auch mit einer wirkungsvollen Körpersprache.

Also der Brand darf schon ausgebrochen sein?! Was ist Dir besonders wichtig in Deiner Arbeit?

 

Antwort von Susanne Lohrey:

Ich bin keine Theoretikerin. Ich habe zwar viele psychologische und systemische Ausbildungen gemacht, aber was mir immer wichtig war – ich bleibe immer „direkt“ am Menschen. „Nähe“ – das ist der Schlüssel. Wenn Menschen spüren, da ist jemand, der mich in meinen Ängsten, meinem Unperfekt-Sein, Hoffnungen und Unsicherheiten „erkennt“ und annimmt, dann entsteht Vertrauen, dann entsteht Gleichklang.

Sicher komme ich oft um systematisches Analysieren nicht herum, aber die Tatsache, dass ich Menschen oft nur Sekunden ansehe und dann meist klar erkenne, was sie im Innersten ausmacht, ist Erfahrung, aber auch ein stückweit eine Gabe, die mir mitgegeben wurde. Analyse und eine sichere Intuition – das ist die Kombination, warum ich meist sehr erfolgreich war und weiter empfohlen wurde. Das ist natürlich nicht schlecht. Aufwändige Akquise und Eigenpropaganda musste ich  so nie machen.

franktop / Pixabay

 

Diana: Keine Akquise – toll! Ja, Susanne - Mundpropaganda ist wohl das Beste, was es hier gibt. Ich freue mich für Dich!

Welche Tipps kannst Du geben, damit die Frauen es schaffen auf Augenhöhe mit den Führungskräften, mit der Geschäftsleitung zu kommunizieren?

 

Antwort Susanne Lohrey:

Es gab Jahre, da haben sich Frauen angepasst, waren die „nette Assistentinnen der Geschäftsleitung“, „die rechte Hand“ und Zuarbeiterin der Führungskräfte.

Dann gab es eine lange Phase, da glaubten Frauen, sie müssten in die taffe und unerschrockene „Verkleidung“ des Maskulinen steigen, um „ihren Mann“ als Frau zu stehen, sich durchzukämpfen durch den Dschungel des Business-Miteinanders, um sich endlich Gehör und Sichtbarkeit zu verschaffen.

Beide Versionen verliefen unzufrieden stellend.

 

Gilmanshin / Pixabay

Die „angepasste“ Personalerin, weich in Kontur und Sprache, wird immer in einer Rolle der „abfedernden Instanz“ wahrgenommen, Puffer in dem Dreigespann Geschäftsleitung – Führungskräfte – Mitarbeiter.

Keine Frau in dieser Position kann das auf Dauer praktizieren, ohne an Substanz, aber auch Selbstwertgefühl zu verlieren.

Die dominant und kämpferisch auftretende Personalerin mag sich wohl Respekt und Gehör verschaffen.

Was ich allerdings in solchen Konstellationen immer wieder beobachte, dass sehr schnell ein stiller, heimlicher Konkurrenzkampf entbrennt.

Subtile Strategien der Ausgrenzung, des Übergehens und damit Einschüchterns, aber auch das Rückverweisen in administrative Funktionen, sind häufig Gepflogenheiten männlicherseits, um sich der unliebsamen „Konkurrenz“ zu entledigen.

Geschäftsleitung oder Führungskräfte in klarem Abgrenzungsgebaren, statt vertrauensvollem Aufeinander-Zugehen, sind leider ein häufiges Szenario.

artfx / Pixabay

Nun – was ist die geeignete Vorgehensweise für uns Frauen? Sie ist abhängig von unserem Gegenüber. Es bedarf der genauen Beobachtung.
Habe ich mit stark nach außen getragenem Alpha-Tier-Habitus in meiner Umgebung zu tun, mitunter sogar Hinweisen auf „narzisstische“ Tendenzen, erweist sich dominantes, durchsetzungsstarkes und resolutes Auftreten als Falle.

Frauen werden schnell als übermächtige Instanz und Konkurrenz gesehen, die zurück gedrängt werden soll. Lobende Anerkennung, respektvolles, wertschätzendes Verhalten, Zurücknehmen eigener Dominanz zugunsten eleganten „Charmes“ gegenüber männlichen Kollegen, kann da erstaunliche Wunder bewirken.

Anders verhält es sich bei loyalem und selbstbewusstem Führungsstil auf Vorgesetztenebene. Hier darf bewusst auch auf  die eigene Leistung verwiesen werden.
Frauen haben leider häufig starke Probleme, den eigenen Selbstwert nach außen zu tragen.
Nachweislich kürzerer Blickkontakt in Gesprächen, kaum ausgeprägtes „Territorialverhalten“, wenig Gestik die Raum nimmt, Mini-Gesten die aus dem Bereich de Kokettierens und Flirtens entstammen, lassen Frauen oft anpassungsbereit, angreifbar und schwächer wirken.

geralt / Pixabay

 

 

Frauen wissen normalerweise um ihre Wirkung, wenn es um Aussehen, modische Erscheinung oder auch den Einfluss auf das andere Geschlecht geht.

[ctt template="8" link="u4EmO" via="yes" ]Im Business allerdings sind Frauen häufig wesentlich zurückhaltender als ihre männlichen Kollegen. (Interview Diana Roth mit Lohreytraining) @dianarothcoach1[/ctt] Wir kommunizieren ja bekanntlich nicht nur über die Sprache, sondern auch nonverbal.

Wir beurteilen Status, Selbstbewusstsein, „Macht“ und Wirkung insbesondere über die Körpersprache. Weibliche Stärke und Energie muss deshalb in einer männlichen Domäne auch visualisiert werden.

 

Grieslightnin / Pixabay

 

Frage Diana:  Ja – wie hast Du recht, Susanne. Du triffst den Nagel auf den Kopf. Genau das habe ich in den letzten 20 Jahren erlebt – in der ganzen Bandbreite.

Was sollten wir keinesfalls tun?

Kleinmachen durch kokette Haltung mit Hüftknick, Schräglegen des Kopfes, Oberarme, die während des Gestikulierens eng am Körper gehalten werden und geradezu devotes Blicksenken, wenn männliche Kollegen sich verbal aber auch körpersprachlich aufbauen, wirken extrem schwächend.
Wir wandern schnell in die Ecke der „netten, harmlosen und Unterlagen-richtenden Kollegin“, die keine gesonderten Ansprüche auf Anerkennung und Sichtbarwerdung hegt.

Auch sprachlich gibt es Fallen. Frauen verwenden nachweislich mehr Konjunktive wie „würde, könnte, sollte, dürfte“, etc.

Diese Formulierungen nehmen jeder Aussage den Nachdruck.

Ähnlich fatal wirken auch Weichmacher wie „bisschen“, „etwas“, „vielleicht“, „eigentlich“. Diese Wortwahl ist typisch weiblich und im männlichen Sprachgebrauch eher wenig anzutreffen.

Ebenfalls ein wichtiger Tipp: Frauen müssen lernen Sätze, insbesondere Forderungen energischer und mit geeigneter Betonung vorzutragen. Abfallende Betonung am Satzende ist unverzichtbar um überzeugend und nachdrücklich zu wirken. Das bedeutet sicherlich etwas Übung – aber ein paar schriftlich fixierte Sätze, die man ein paar Tage mit abgesenkter Betonung am Satzende laut vorträgt, bringen erstaunlich schnelle Erfolge für sprachliche Überzeugungskraft.

Peggy_Marco / Pixabay

 

Diana: Also Körpersprache, Betonung – viel wichtiger, wie die Worte. Super Tipps und schnell zum Üben. Merci!

Zum Abschluss, liebe Suanne, noch eine Frage: hast Du noch ein Zitat, welches Du als Impuls geben kannst?

 

Oh – da halte ich es kurz und schmerzlos mit einem Ein-Zeiler unseres lieben Kurt Tucholsky:

[ctt template="8" link="56e3x" via="yes" ]„ Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen.“ Tucholsky @dianarothcoach1[/ctt]

Und dies meine ich jetzt nicht im Sinne, dass Frauen die „starken Rücken“ unserer zielstrebigen Männer freihalten sollen, damit diese ihrem Erfolg entgegeneilen können. Vielmehr liegt Erfolg in der heutigen Business-Welt in der Integration weiblicher Stärken - in der Verbindung von weiblicher Power und  intuitivem Einschätzungsvermögen.

Verpaarung von kraftvoller Energie mit empathischer Kompetenz ist letztlich die Schlüsselkombination, die die Türen in eine erfolgreiche Zukunft der Frauen öffnen können.

Vielen Dank liebe Susanne! Das war aber jetzt eine ordentliche Kiste Mehrwert! Und: wie kann man Dich engagieren oder kontaktieren?

Ja gerne – immer unter:

Susanne Lohrey Kommunikationstrainerin, Business-Coach, Psychologische Beraterin

LOHREYTRAINING
Wachstum für Persönlichkeit
http://www.lohrey-training.de/
D-97525 Schwebheim – Etzbergring 14
09723 5942       0171 8112881

 

 

Also liebe HR-Kollegin: ich fasse die wichtigsten Tipps für dich zusammen:

1.) Sei mit der Körpersprache präsent

2.) Zeige Haltung

3.) Vermeide mädchenhafte, devote Körperhaltung, Gesten, Mimiken

4.) Sei kein besserer Mann - sei eine Frau

5.) Spiel mit der Stimme. Sprech energischer. Abfallend am Ende des Satzes.

 

Viel Spass beim Üben.

 

Gute Grüsse, Diana

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