Stopp! Wie Du nicht in die HR-Falle tappst...

26. April 2017

Personalerinnen sind doof...

das sagte letzte Woche eine HR-Studentin zu mir.

Dicke Post! Das musste sie mir erklären.

Sie sagte: "Ja - eigentlich wollen wir Personalerinnen doch ganz anders arbeiten...als wir es tatsächlich tun.

Konkrete Ideen, Visionen, Wünsche geistern in unseren Köpfen herum.

Idealistisch".

Recht hat sie...wie oft höre ich diese oder ähnliche Formulirungen.

Der Weg vom Herz zum Kopf ...zum Machen

Doch wie so oft, ist der Weg vom Herz zum Kopf…zum Machen steinig und weit.

Laut meiner absolut unwissenschaftlichen und nicht belegten Umfrage bei meinen HR-Studentinnen,

hadern die meisten Personalerinnen damit, wie Personalmanagement heute in ihrer Unternehmung gelebt und auch gewünscht wird.

Wertekonzept

Einige Personalerinnen vertreten z.B. eine Art …nennen wir es …Wertekonzept.

Wenn ich dieses hinterfrage,  wird mir verträumt lächelnd erzählt, wie sie sich die starke Sicherheit, die Orientierung gebende HR-Abteilung der Vergangenheit zurückwünschen.

Doch ich stelle fest, dass die Gruppe der Traditionalisten immer kleiner wird. Und die Gruppe der immer jüngeren HRlern wächst, erfreulicherweise.

Das Generationsmanagement schlägt voll zu.

 

Pessimisten im HR

Die meisten meiner Befragten scheinen zu ahnen, dass ihr Wunschbild vom guten HRM…von einer guten HR-Abteilung in einer zunehmend komplexeren Unternehmenswelt, sich nicht durchsetzen kann. Ja – sie blicken pessimistisch in die Zukunft.

agnetabremmers / Pixabay

Keine Lust mehr gegen Windmühlen zu kämpfen

Aber verschweigen will ich nicht die Gruppe der HR-Fachfrauen, die das Gegenteil bereits leben. Und zwar: den Rückzug des HRs als Richtungsgestalterin und Steuerfrau….da sie es satt haben gegen Windmühlen zu kämpfen und Energie zu verpuffen. Sie haben resigniert. Sie wollen arbeiten ohne ständig zu kämpfen.

Gutes HRM ist im Denken der Befragten stark mit der HR-Arbeit in Netzwerken und mit Begrifflichkeiten wie „Dienstleistung erbringen“, Mitwirken verknüpft.

Schizophrene Situation fürs HR

Sie befinden sich aber teilweise in einer schizophrenen Situation. Man kann ihnen nicht zum Vorwurf machen, dass sie das Ruder bislang noch nicht herumgerissen haben. Nein!

Viele der heutigen Personaler in KMUs sind eigentlich Gefangene eines ganz eigenen Systems.

Dieses System haben sie nicht geschaffen.

sasint / Pixabay

Leiden ist einfacher wie ändern

Und es ist offensichtlich schwer, aus diesem auszubrechen. Viele entscheiden sich sogar weiter zu leiden….dies scheint wohl einfacher zu sein, als zu handeln...als zu ändern.

Die HR-Abteilung - die Sklaven des Systems

Spannend finde ich, dass mir eine Personalerin zurückmeldete, dass die Mitarbeitende ihres Unternehmens sie als „Sklaven des Systems“ bezeichnet haben. Auf Rückfragen hat sie dann erfahren, dass gerade frustrierte Mitarbeitende, die HR-Abteilung als schlecht beurteilen, da sie haargenau das tun, was die Firmenbosse von ihnen verlangen. Mitarbeitende sind nicht blöd. Sie haben teilweise feine Antennen und nehmen die Spiele wahr.

Spagat

Wie immer ist es der Spagat der uns Personalerinnen fordert. Auf der einen Seite sollen wir globale Kapitalinteressen befriedigen – und dann gleichzeitig – möglichst galant und diplomatisch – die (teilweise) berechtigten Ansprüche der Firmenkultur bedienen.

Um dies in ein Beispiel zu packen:

Einerseits sollen wir das System Arbeit sozialverträglich mitgestalten. Z.B. mit Angeboten zum guten Work-Life-Balance und gleichzeitig der Firmenleitung Vorschläge unterbreiten, wie weitere Personalkosten drastisch eingespart werden.

geralt / Pixabay

Hier meine 3 Tipps um nicht zum Gefangenen des Zwangsapparats zu werden:

1.) Erkenne Deine eigene HR-Marke. Erkenne Dein eigenes HR-Profil. Werde Dir Deiner HR-Haltung bewusst. Tipp: Schreibe diese in 5 Leitsprüchen auf.

2.) Stärke Dein HR-Rückgrat. Widerspreche regelmässig, wenn es „Deiner“ Ethik nicht in den Kram passt. Fair, konstruktiv aber mach Dich sichtbar. Dein Widerspruch wird nicht akzeptiert? Okey – dann lass es setzen. Aller guten Dinge sind DREI. Wie kannst Du es nochmals vortragen? War der Moment nicht richtig? Der Ton? Oder war der Ansprechpartner falsch? Wichtig ist, dass Du Deine Meinung – diplomatisch und gut argumentiert – dargelegt hast.

3.) Schau jeden Morgen in den Spiegel. Schau Dir in die Augen. Halte dem Blick eine Minute stand und dann gehe mit geraden Rückgrat in die Firma.

 

Halte Dich im Job senkrecht!

 

take care, Diana

 

PS. Nein – wir dürfen uns hier nicht in eine Art Opferrolle reinbegeben. Das steht uns so gar nicht...

In meiner HRM-Akademie hast Du die Möglichkeit Dich weiterzubilden. Schau mal rein:

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