Ich-Sätze im Human Resource Management

Manager, Personalerin

Gute Chefs hören zu, um zu verstehen und nicht um zu antworten.

Heute plaudere ich aus dem Nähkästchen.

Dem Nähkästchen meiner beruflichen HR-Erfahrung.

Ich arbeitete 3 Jahre mit einer Führungskraft in deer Industriebranche eng zusammen.

Er war in der ganzen Firma bekannt für seinen Sachverstand.

Seine kommunikative Kompetenz war und ist wohl noch gefürchtet.

Eine seiner komischen Eigenschaften bestand darin, Sätze in der „man“ Form zu formulieren.

Ich-Sätze

Also: wenn er Sätze mit „man“ formulierte meinte er immer sich selbst.

Aber der Höhepunkt dieser Entpersonalisierung waren so Sätze wie:

„Ja – da hat der Meier mal wieder gut überlegt!“

Der Meier – ja das war er.

 

Er sprach gerne in der dritten Person von sich.

Aber: Selbstbewusste Chefs können auch persönliche Dinge in der Ich-Form beschreiben.

Die typische Sätze, die ich im HR gehört haben sind so wie:

„Man hat wieder Überstunden geschrubbt!“

„Man weiss gar nicht mehr, wo einem der Kopf vor lauter Arbeit steht!“.

 

Ich-Sätze

Soll ich für Dich LeserInnen übersetzen?

Darin bin ich nämlich gut.

D.h.

Ich, Max Meier, habe wieder Überstunden gemacht.

Ich, Max Meier, weiss gar nicht mehr, wo MIR der Kopf vor lauter Arbeit steht!“

 

 

Manager

geralt / Pixabay

Gute Chefs sprechen in der Ich-Form, wenn sie „Ich“ meinen.

Sie senden sogenannte Ich-Botschaften.

Max Meier hatte noch eine weitere unangenehme Tendenz.

Er schob gerne Verantwortlichkeiten und somit auch Konsequenzen anderen zu.

Und das ganz subtil und geschickt!

 

 

Wie?

Er sagte so etwas wie:

„Das geht ja gar nicht. Das können wir keinesfalls machen!“

Was er meinte er?

Ich übersetze:

„Mir gefällt das nicht. Das will ICH so nicht haben!“

Die Rechtfertigungsfalle

Max Meier wurde von seinen Mitarbeitenden abgelehnt.

Die Mitarbeiter gingen ihm möglichst aus dem Weg.

Wenn es sich nicht vermeiden liess, gerieten sie in die Rechtfertigungsfalle.

Wie oft passiert uns selbst , dass während unser Gegenüber spricht,

wir beginnen das Gehörte zu bewerten, zu beurteilen.

Schlimmer noch: wir beginnen im Kopf eigene Argumente zurecht zu legen,

um anschliessend zu antworten.

Das ist die Rechtfertigungsfalle.

 

Personalplanung

 

Arbeitest Du im HR und begleitest solche Führungskräfte?

Spiegele ihnen was Du erlebst.

Erkläre ihnen, dass gerade Ich-Botschaften so viel authentischer wirken.

Die Führungskraft wird dadurch glaubhaft.

 

 

Vorgesetzte, die wirklich Zuhören können, werden besonders geschätzt.

Irgendwo habe ich mal gelesen:

Gute Chefs hören zu, um zu verstehen und nicht um zu antworten.

Also Verständnis ist der Schlüssel des guten Zuhörens.

Max Meier konnte schlecht Zuhören. Er schaute oft ins Handy oder

durchwuselte seine Unterlagen, während ein Mitarbeiter zu ihm sprach.

Er antwortete dann immer mit einem Pseudo-Blabla: „ja…ja…ja…ich verstehe!“

Er signalisierte damit:

„Es ist mir nicht wichtig, was Du da jetzt sagst!“

Eine schreckliche Unsitte.

Kennst Du diese Unsitte?

Gute Chefs verdeutlichen das sie zuhören.

Wie?

Mit ihrer verbalen wie nonverbalen Sprache.

Dazu gehört nicht nur ein „ja…ja…“ sondern ein freundlicher und

aufmerksamer Blickkontakt.

Ein Kopfnicken.

Ein Lächeln.

Eine angepasste, aufmerksame Körpersprache.

 

 

Ärger im HR

Und idealerweise: ein körperliches Spiegeln.

Paraphrasieren (also Wiederholen des Gehörten – mit einen Worten)

Aber das gehört zur hohen Kunst des Zuhörens.

Und dies ist in der Praxis sehr schwer.

 

 

 

Max Meier hätte mit seinem Team so viel mehr erreichen können.

Als seine Abteilung die höchste Fluktuation aufzeigte, versucht er die

Gründe plausibel in seine Wahrnehmungwelt zu zwängen.

Da hörte ich als Personalerin so Begründungen wie

„Der hat ja eh nicht gepasst“

oder

  • „Die wollte einfach Kinder haben“ oder
  • „Ich bin froh, dass sie geht!“ oder
  • „Genau so habe ich es gewollt!“

Kennst Du diese Begründungsmeister?

 

Wenn Du als Personalerin Mitarbeiter betreust, die nicht in die Rechtfertigungsfalle geraten wollen…

Wenn Du bei Dir selbst beobachtest, dass Du Dich hin und wieder rechtfertigst…

Probleme

Dann hier meine 4 besten Tipps:

 

1.)  Gebe nie dem ersten Reflex des Antwortgebens nach.

Stelle statt desssen eine Frage. Durch Fragen entschärfst Du den Einwand.

Damit gibst Du den Ball zurück.

Dein Gegenüber hat somit die Möglichkeit,

die Aussage umzuformulieren.

 

2.) Re-Frame..also versuche dem ganzen eine andere Bedeutung zu geben.

Frage Dich immer zuerst: was heisst das positiv für Dich?

Was würde der positivste Mensch, den Du kennst, hier hören?

 

3.) Nimm es bewusst nicht persönlich.

Auch – wenn die Formulierung durchaus

persönlich ist.  Ganz bewusst. Sachlich nehmen.

Schalte Dein Sachohr an.

 

4.) Denke daran: wenn Du Energie zum Rechtfertigen aufbringst,

hat Dein Gegenüber schon gewonnen. Und es ist immer ein Spiel der

Erwachsenen. Willst Du spielen oder arbeiten?

 

Take care und halt‘ Dich senkrecht.

 

Herzlich, Diana

 

 

 

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