Entdecke die Kraft des Abgrenzens (Podcast Nummer 21)

Episode Nummer 21

Du bist falsch in Deinem HR-Job, wenn Du denkst, Du kannst hier in eine Retter-Rolle schlüpfen.

Du hilfst Mitarbeitenden nicht, wenn Du mitleidest.

Eine HR-Verantwortliche löst keine persönlichen Mitarbeiterprobleme, die sie nicht aufgrund ihrer Funktion lösen muss.

Mach die persönlichen Angelegenheit der Mitarbeitenden, die Du betreust, nicht zu Deinen.

Mitarbeitende müssen persönliche Probleme selber lösen.

Aber…und das ist das schöne an unserer Arbeit: Du kannst Rückenwind geben.

Du kannst Fragen stellen, die zu Lösungen in ihrem Kopf anregen.

Denn nur der Mitarbeitende ist in diesem Fall der Experte seiner Welt.

Bedenke auch, dass Du nur und ausschliesslich „seine“ Fassung hörst.

Nicht das er lügt.

Aber es ist seine Wahrheit.

Seine Wahrnehmung.

Und Du weiss, alles im Leben hat mindestens 2 – und meiner Meinung nach – mehr Wahrheiten.

Wahrheit wird oft mit momentan erlebter Realität vermischt. Aber das sind wirklich 2 Paar Schuhe.

Lass den Mitarbeiter seine Realität beschreiben, höre aktiv wohlwollend zu – aber beurteile niemals.

Mitarbeitende dürfen wachsen und damit ihre eigenen Stärken erkennen und ausbauen.

Hier 10 Tipps, die Du in Deiner Funktion als Personalverantwortliche beachten darfst:

  1. Mitgefühl ist kein Mitleid. Also gestehe Dir ein Mitfühlen zu. Aber leide nicht mit. Du hilfst Deinem Gegenüber nur, wenn Du sachlich, neutral bleibst.  Tränen des Mitleids helfen gar nicht weiter.
  2. Zieh mental einen Regenmantel an und höre die Geschichte mit einem sachlichen Abstand, mit dem Abstand Deiner Fachfunktion. Du betrachtest das ganze aus der sachlichen Rolle, die zu Dir gehört. Dein Fokus liegt auf Dir und nicht auf die Person. Sobald Du den Fokus auf das Problem der Person legst, wirst Du völlig eingenommen und kannst nicht mehr sachlich beurteilen noch handeln. Bleib immer bei Dir!
  3. Sage klar nein…wenn Du nein meinst und nicht ein verstecktes Ja. Mitarbeiter und Vorgesetzte können wie Kinder sein…sie fassen nach, wenn sie merken, da ist noch Spielraum.
  4. Antworte nicht gleich. Nimm‘ Dir Zeit zum Antworten. Das kann auch morgen sein. Oder übermorgen. Oder gar nächste Woche.
  5. Berufe Dich auf Deine HR-Prinzipien. Nett, freundlich und menschlich. Voraussetzung: Du hast Deine persönlichen HR-Prinzipien entwickelt.
  6. Höre das Interesse aus einer Bitte heraus und nicht das Schicksal der Person. Jede Person, die etwas von Dir will, hat ein Interesse. Schau, ob sich dieses Interesse mit Deinem deckt, im Widerspruch zu Deiner Tätigkeit ist oder gar für Dich ein grosser Stolperstein bedeuten könnte. Menschen sind Egoisten, wenn sie etwas von dem Gegenüber etwas wollen.
  7. Wenn du NEIN sagst, begründe das Nein kurz. Keine Litanei. Kurz. Bündig. Und dann einen Punkt setzen, in die Augen schauen und freundlich „echt“ lächeln.
  8. Lerne Dein Nein (nicht die Begründung) zu wiederholen. Lerne Deine Haltung (Körperhaltung dazu) zu wiederholen.
  9. Sage nein und geh nicht auf Angriffe ein. Antworte dann eher. „Ja in Deiner Situation muss das für Dich ein Problem darstellen. Hier musst Du eine richtige Lösung suchen. Meine Antwort zu Deiner Frage bleibt jedoch NEIN…ich bin hier nicht die richtige Person.“ Sage so NEIN, dass die Körpersprache das Gesagte unterstreicht. Das diese im Einklang ist. Dein Körper darf nicht in Widerspruch zu den Worten sein. Daher ist die mentale Einstellung so wichtig.
  10. Überlege Dir, was Du für einen Mehraufwand, Bauchweh, Ärger hast, wenn Du trotzdem JA sagst. Rechne bereits bei der Fragestellung diesen Punkt für Dich aus.

Und last not least:

Wer erhält mehr Respekt, Wertschätzung und Achtung in Deinem Unternehmen: die Person, die zu allem Ja und Amen sagt…oder die Person, die Nein sagen kann? Beobachte dies mal ganz aufmerksam.

Nein sagen…sich abgrenzen und dies menschlich, mit Herz, Fairness…und nicht prinzipiell. Ja – das ist für mich professionelle HR-Arbeit. Und ja…dies erfordert Übung und Mut.

Und übrigens, auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Gutes HRM ist mehr wie eine Dienstleistung.

Gutes HRM ist eine Kunst, die erlernbar ist.

Ein herzlicher Gruss, Diana

P.S. Ich freu mich sehr über Dein Abonnement in iTunes: Abenteuer HRM.

Wie geht das?

iTunes; Lupe, Eingabe Abenteuer HRM, Hauptbild anklicken, Abonnieren und ganz toll: irgendwann dann auch be-sternen (Menüpunkt: Rezension).


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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Dies ist ein hilfreicher Beitrag, für alle die sich zu sehr den Problemen anderer verpflichtet fühlen und eigentlich nur hilfsbereit sein möchten – Vielen Dank Diana!

    1. Liebe Simone
      Ja – das ist so Ding mit dem „sich verpflichtet fühlen“.
      Das ist ja auch eine wunderbare Einstellung und ich bewundere diese Energie bei meinen Kollegin und auch Kollegen immer.
      In den ersten Jahren im HR habe ich auch so agiert.
      Leider bin ich so oft auf die Nase gefallen und habe auch merken müssen: das will mein Gegenüber gar nicht.
      Vielleicht doch in dem Moment, aber danach nicht mehr.
      Und da kommt uns immer wieder diese Rolle der integren, seriösen, profesionellen HR-Fachperson in die Quere.
      Aber mir geht es in meinen Blog auch darum die Frauen, die sooo viel im HR geben, zu schützen.
      Ich finde der Spagat muss zu einem selbst passen.
      Schliesslich muss Frau sich jeden Morgen in den Spiegel schauen können.
      Erst letzte Woche habe ich mit einer Mitarbeiterin gemeinsam geweint.
      Ja – auch das ist möglich.
      Ich fühlt mit ihr und es kamen in diesem Moment Tränen.
      Ich schäme mich dafür nicht, wenn ich meine mir zugestandene Rolle dann auch wahrnehmen.
      Mitfühlen heisst ja nicht Mitleid zeigen und kann damit so viel mehr sein.
      Danke Simone für Deine Kommentar. Herzlich und auf bald, Diana

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